Videos verwackelt, was tun?

Heute gehen wir der Frage auf den Grund, wie du dein Footage am besten stabilisiert bekommst.

Auf folgende Möglichkeiten gehen wir heute ein:

  1. Gimbal
  2. Kameraintern [IBIS – in-body-image-stabilization]
  3. Objektivintern
  4. Höhere Framerate
  5. Im Schnittprogramm

1. Gimbal

Beim Gimbal ist es völlig egal welche Kamera/Objektiv-Kombination darauf montiert wird, der Gimbal stabilisiert alles.

Ich verwende seit knapp einem Jahr den Zhiyun Crane Plus mit der A6300.

Ein Gimbal kostet zwar rund 300€+, doch es ist eine Investition in die Zukunft da man sich grundlegend keine Gedanken über Kamera/Objektiv-Kombinationen machen muss und freiere Auswahl hat.

Allerdings gilt es auch das Gewicht, die Größe und die zusätzlich zu ladenden Akkus zu beachten. Wobei ich sagen muss, dass ich die Akkus meines Modells sehr unregelmäßig lade (bei Freizeitnutzung) und sie bisher nie leer waren, trotz mehreren Stunden Gebrauch an verschiedenen Tagen.

Die maximale Traglast des Gimbals spielt eine entscheidende Rolle, hier solltet ihr besser ausch zukunftsorientiert kaufen, solltet ihr z.B. planen eine neue Kamera-Objektiv-Kombination anzuschaffen.

2. Kameraintern

Bei dieser Variante ist der Sensor in einer Aufhängung gelagert, die ihm die Möglichkeit gibt in allen Achsen zu „schwingen“. Eine kamerainterne Stabilisierung ist beim Kamerakauf definitiv zu bevorzugen, damit fällt einem später die Objektivwahl leichter. Denn nicht alle Objektive verfügen über eine objektivinterne Stabilisierung. Gerade wenn man außerhalb der nativen Linsen sucht, wird oft keine Stabilisierung angeboten. In der Herstellung ist es grundsätzlich natürlich auch immer eine Preis- und Platzfrage.

Beispiel Sony: Man hat es geschafft die A6500 mit IBIS auszustatten, die Begeisterung der Nutzer hielt sich aber in Grenzen, da die Stabilisierung wirklich nicht mit der einer A7II(oder höher) zu vergleichen ist. Selbst Sony scheint das eingesehen zu haben und so kam die A6400 dieses Jahr ohne IBIS auf den Markt.

Bei Canon gibt es bisher kein einziges Kameramodell mit interner Stabilisierung, allerdings soll die nächste EOS R mit IBIS ausgestattet werden.

Bei Nikon verfügen die spiegellosen Z-Modelle über IBIS, sowie auch einige Spiegelreflexkameras.

Bei Sony verfügen im Vollformat alle Kameras der A7-Reihe ab Mark II über IBIS sowie die A6500 der A6xxx-Serie (welcher allerdings nicht besonders gut ist) und selbstverständlich das Flaggschiff, die A9.

Sony IBIS

3. Objektivintern

Ob ein Objektiv stabilisiert ist oder nicht ist manchmal gar nicht so leicht herauszufinden.

Canon betitelt seine Objektive simpel mit IS (image-stabilization).

IS-Objektive

Sony nennt das Ganze OSS (optical steady shot).

OSS-Objektive

Nikon betitelt es mit VR (vibration reduction)

VR-Objektive

Hier übernimmt das Objektiv die Stabilisierung, wer eine unstabilisierte Kamera hat sollte zum Filmen unbedingt auf diese Varianten zurückgreifen. Doch gerade mit stabilisierten Bodys gelingen noch bessere Aufnahmen.

4. Höhere Framerate

Alternativ bleibt die Möglichkeit mit höherer Framerate aufzunehmen um deine Videos zu stabiliseren.

Wenn du z.B. in 120fps aufnimmst und diese in 24fps wiedergibst wirken Verwackler viel geschmeidiger und fallen wenig bis garnicht auf – somit erreichen wir eine Bildstabilisierung.

Doch es gibt etwas zu beachten: (hier am Beispiel der Sony A7III)

24fps bei 100Mb/Sek ergibt ~4,2MB pro Einzelbild

120fps bei 100Mb/Sek ergibt ~0,85MB pro Einzelbild

Ein Qualitätsverlust der gerade bei Lowlight nicht vernachlässigt werden sollte.

Zudem bieten Kameras diese Option bisher nur bei 1080p an, wer in 4K filmt, kann aber bei diversen aktuellen Modellen schon in 60fps filmen.

5. Im Schnittprogramm

Videos Stabilisierung

Die meisten Schnittprogramme bieten die Möglichkeit der Bildstabilisierung in der Postproduktion.

Bei Adobe Premiere Pro nennt sich die Funktion „Warp Stabilizer“, bei Davinci Resolve und Final Cut Pro ganz simpel „Stabilize“.

Auch hier gilt es zu beachten, dass die Programme anhand von trackbaren Punkten im Bild einen Bildausschnitt verwendet und diesen ständig minimal verschiebt bzw. dreht.

Hierdurch liegt im Schluss nicht mehr die volle Pixelanzahl vor, da das Bild ständig gecroppt werden muss.

6. Was ist das richtige für dich?

Welche Bildstabilisierung für deine Projekte und deine Arbeitsweise am sinnvollsten ist, wirst du mit der Zeit selbst herausfinden.

Die Gliederung der einzelnen Punkte habe ich absichtlich so gewählt, da ich ich die Reihenfolge praktisch sowie aus qualitativer Sicht herfür die sinnvollste halte. 

Ich würde mich freuen, wenn du mich wissen lässt wie du es machst und ob dir der Artikel weitergeholfen hat.
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